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Streit um Paketpostareal eskaliert: Normenkontrollklage gegen Münchner Megaprojekt angekündigt
Bündnis kritisiert undurchsichtige Investorendeals, drohende Hitze-Hotspots und verfehlte Sozialpolitik – Kultur-Gedankenspiele um Konzertsaal schüren weitere Zweifel.Fünf Wochen nach der offiziellen Offenlegung des Bebauungsplans für das Münchner Paketpostareal zieht die Initiative HochhausSTOP die Notbremse. Auf einer Pressekonferenz im Café Glockenspiel erhoben die Initiatoren schwere Vorwürfe gegen die Stadtspitze: Es gehe um fragwürdige Finanz-Rochaden zugunsten des Investors Ralf Büschl, akute ökologische Fehlplanungen sowie gravierende Mängel beim Denkmalschutz. Um den Bau der zwei geplanten 155 Meter hohen Wolkenkratzer zu verhindern, bereitet das Bündnis nun eine Juristische Intervention vor.
„Der Bau dieser Giganten mitten in Zeiten fortschreitender Erderwärmung ist ein städtebaulicher Sündenfall“, betonte Robert Brannekämper, Landtagsabgeordneter und 1. Vorsitzender von HochhausSTOP. Auf dem Areal, das schon heute zu den heißesten Flächen Münchens zählt, drohen künftig extreme mikroklimatische Belastungen und immenser Energiebedarf für die Kühlung. Anstatt auf klimagerechtes Bauen zu setzen, winke die Stadt eine massive Nachverdichtung durch.
Besonders scharf kritisiert das Bündnis die finanzielle Vereinbarung zwischen Stadt und Investor. Durch das neu zugestandene Baurecht verzeichne der Investor eine geschätzte Wertsteigerung von über 418 Millionen Euro. Gleichzeitig erlaube die Stadt, die veranschlagten 100 Millionen Euro für die Sanierung der denkmalgeschützten Paketposthalle mit den regulären städtebaulichen Abgaben (SoBoN) zu verrechnen. Nach Ansicht der Kritiker wird das Sozialmodell damit ad absurdum geführt: Öffentliche Mittel für Kitas, Parks und Straßen fehlten am Ende in den Stadtfinanzen und müssten vom Steuerzahler getragen werden.
Zusätzlich sorgt die vorgesehene Verteilung des Wohnraums für Zündstoff. Dass ausgerechnet ein 65 Meter hoher Holzturm isoliert als reines Sozialgebäude genutzt werden soll, widerspreche der bewährten „Münchner Mischung“ eklatant. Hier drohe ein sozialer Brennpunkt zu entstehen. Öl ins Feuer gossen zudem jüngste Äußerungen aus der Politik über eine Ausweich-Nutzung der Halle für einen unterirdischen Konzertsaal mit 3.000 Plätzen. Das Bündnis warnt vor unbeherrschbaren Sicherheits- und Brandschutzrisiken sowie drohenden Kostenexplosionen.
Der 2. Vorsitzende Wolfgang Czisch (Stadtrat a.D.) kündigte daher den nächsten juristischen Schritt an: Ende des Jahres soll eine Normenkontrollklage beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof eingereicht werden. Neben Störungen des geschützten Erscheinungsbildes von Schloss Nymphenburg stehen verkehrs-, lärm- und grundwasserrechtliche Bedenken im Zentrum der Klage.
Initiative HochhausSTOP
Robert Brannekämper, MdL (1. Vorsitzender)
Wolfgang Czisch, Stadtrat a.D. (2. Vorsitzender)
www.hochhausstop.de
Eingetragen am 06.08.2026
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