Lokalnachrichten aus München-Laim und Umgebung
Bienen in Laim: Unser Stadtteil summt!
Der 20. Mai steht weltweit ganz im Zeichen der kleinen, aber unverzichtbaren Bestäuber: Es ist Weltbienentag. Während man bei Bienen vielleicht zuerst an weite Rapsfelder auf dem Land denkt, spielt sich ein faszinierender Teil ihres Lebens direkt vor unserer Haustür ab – mitten in der Großstadt, mitten in München, mitten in Laim.Warum der Weltbienentag mehr als nur ein „netter Tag für Honigbrote“ ist und was wir in unserem Viertel für die fliegenden Helden tun können, schauen wir uns heute einmal genauer an.
Warum ein eigener Tag für die Biene?
Der Weltbienentag wurde von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um auf das dramatische Bienensterben aufmerksam zu machen. Das Datum ist kein Zufall: Es ist der Geburtstag des slowenischen Imkers Anton Janša (1734–1773), der als Pionier der modernen Bienenhaltung gilt.
Bienen sind weit mehr als Honigproduzenten. Sie sind nicht mehr und nicht weniger als die „Architekten“ unserer Ernährungssicherheit. Rund ein Drittel unserer Lebensmittel ist direkt oder indirekt von der Bestäubungsleistung von Bienen und anderen Insekten abhängig. Ohne sie sähe unser Speiseplan – von Obst bis Gemüse – sehr trist aus.
Die Biene in der Großstadt: Ein unterschätzter Lebensraum
Viele Menschen wundern sich: „Bienen in der Stadt? Ist das nicht zu schmutzig oder zu laut?“ Überraschenderweise fühlen sich Bienen in urbanen Räumen wie München oft wohler als in der ausgeräumten, agrarisch intensiv genutzten Agrarlandschaft.
- Vielfalt statt Monokultur: Während auf dem Land oft nur eine Pflanzensorte dominiert, blühen in Laims Gärten, Parks und auf Balkonen die unterschiedlichsten Blumen.
- Wärmeinseln: Die Stadt ist wärmer als das Umland. Das kommt den wechselwarmen Insekten zugute, die dadurch früher im Jahr aktiv werden können.
- Weniger Chemie: In privaten Gärten und städtischen Grünanlagen werden deutlich weniger Pestizide eingesetzt als auf landwirtschaftlichen Flächen.
Man muss kein Imker sein, um Bienen zu unterstützen. Auch als Bewohner eines Stadtteils mit viel dichter Bebauung kann man zum „Bienenretter“ werden:
- Balkon-Blühoase: Pflanzen Sie heimische Wildblumen statt Züchtungen mit gefüllten Blüten (dort finden Bienen nämlich keinen Nektar). Lavendel, Salbei, Glockenblumen oder Natternkopf sind bei Bienen extrem beliebt.
- Wasserstellen: An heißen Tagen brauchen Bienen dringend Wasser. Ein flacher Untersetzer mit Steinen (als Landeplatz, damit sie nicht ertrinken) und etwas Wasser ist eine Oase für durstige Insekten.
- Totholz und Nistplätze: Wildbienen – die übrigens viel häufiger sind als Honigbienen – bauen ihre Nester oft in hohlen Pflanzenstängeln oder im Boden. Ein „Insektenhotel“ oder ein Stück liegen gelassenes Totholz im Garten ist ein echtes 5-Sterne-Hotel für sie.
- Mut zur Lücke: Der perfekte englische Rasen ist eine Wüste für Insekten. Ein kleiner Bereich, in dem es mal etwas wilder wuchert, bietet wertvolle Nahrung und Verstecke.
Unser Leser Werner Brandl hat uns ein Foto von seinem Bienenhotel am Balkon zukommen lassen, welches von Wildbienen schon "gut gebucht" ist, wie an den verschlossenen Röhren zu erkennen ist. Es gibt viele Arten von Wildbienen, das spezielle ist, dass sie keine Waben bauen und keinen Staat bilden, sondern solitär leben und z.B. geeignete Röhren bebrüten. Leider hat sich im letzten Jahr ein Buntspecht an den gefüllten Röhren bedient, in diesem Jahr will Werner Brandl mit Argusaugen darüber wachen, dass seine Hotelgäste in Ruhe gelassen werden.
In diesem Sinne: Lassen Sie es in Laim ordentlich summen!
Foto: Werner Brandl
Eingetragen am 19.05.2026
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